Die Blaue Stunde

Für die Fotografie bietet die Blaue Stunde einen ganz besonderen Reiz. Das intensive Blau des Himmels und die gelb-orange scheinenden Lichter der Laternen bilden einen besonders starken und harmonischen Kontrast zueinander.
Wen der physikalische Hintergrund der intensiv blau erscheinenden Atmosphäre interessiert, den möchte ich an dieser Stelle zu Wikipedia verweisen.

Die besondere Wirkung kommt aber nur zur Geltung, wenn sich in eurem Motiv Lampen oder Laternen befinden, denn schon bei passivem Licht ist die Bildwirkung schwächer. Ohne Lichtquellen kommt die Blaue Stunde fast gar nicht mehr zu Geltung.
Im folgenden Bild habe ich die Farbtemperatur nachjustiert und einige kleine Bearbeitungen vorgenommen um den Effekt der blauen Stunde stärker hervorzuheben. Im Artikel „Unser erster Nachtausflug“ seht ihr das Bild unbearbeitet.

Die Blaue Stunde - Aufnahme des Japanischen Palais zur Blauen Stunde - "Japanisches Palais zur Blauen Stunde"
Aufnahme des Japanischen Palais zur Blauen Stunde

Kameraeinstellungen

Wenn ihr das erste mal mit eurer Kamera am Abend unterwegs seid empfehle ich euch folgende Einstellungen:

  • Manueller Modus (M)
  • ISO 100
  • Blende 8-16
  • manueller Fokus
  • Belichtungszeit nach Bedarf

Den manuellen Modus nehmen wir, weil wir vollständige Kontrolle über die Kamera haben möchten. ISO 100 reicht uns vollkommen, da wir ohnehin mit Stativ arbeiten und uns das nötige Licht über die Belichtungszeit holen. Höhere ISO-Werte bringen uns nur ein unnötiges Risiko für Bildrauschen und das bekommen wir kaum noch weg im Nachhinein.
Blende 8-16 nutzen wir, da wir Landschaftsaufnahmen machen und Tiefenschärfe haben möchten. Das Palais wurde mit Blende 5 aufgenommen, da der Hintergrund ohnehin kaum zu erkennen war.
Den manuellen Fokus empfehle ich euch um Problemen mit einem schwachen Autofokus aus dem Weg zu gehen. Verfügt eure Kamera über einen guten AF gibt es keinen Grund diesen nicht auch zu nutzen.
Zu guter Letzt haben wir die Belichtungszeit. Ich kann euch keinen Wert vorgeben, da ich euer Motiv nicht kenne. Ihr solltet das Histogramm auf eurem Display aktivieren und schauen, dass ihr ein möglichst breites Spektrum bekommt.

Die Blaue Stunde - Darstellung eines Histogramms einer Digitalkamera
Darstellung eines Histogramms einer Digitalkamera

Zum Histogramm wird es bald einen eigenen Artikel geben, an dieser Stelle möchte ich euch nur 2 Ratschläge mitgeben.
In der Darstellung des Histogramms solltet ihr Werte ganz links und ganz rechts vermeiden, denn diese sind 100% schwarz oder weiß.
Selbst wenn ihr später das Bild heller oder dunkler regelt bleiben diese Stellen immer schwarz oder weiß.
Ein gut belichtetes Bild sollte in aller Regel ein breites Histogramm aufweisen.

Blaue Stunde ohne Nachbearbeitung

Das gute an der Blauen Stunde ist, dass ihr keinen klaren Himmel braucht. Sogar bei dichten Wolken funktioniert die Fotografie.
Auf dem Palais-Bild, das ich für diesen Artikel bearbeitet habe, war die Wirkung nur schwach zu sehen. Jetzt zeige ich euch noch ein Bild das keine Bearbeitung benötigt hat, da eine kräftige Lichtquelle zu sehen ist.

Unser erster Nachtausflug - Aufnahme einer in orangenes Licht gehüllten Parkbank - "Parkidylle bei Nacht"
Aufnahme einer in orangenes Licht gehüllten Parkbank

Wann ist die Blaue Stunde?

Etwa 15-20 Minuten nachdem die Sonne unter dem Horizont verschwunden ist. Ich kann euch für die Fotografie eine App empfehlen, die ich für die Planung nutze. Sie heißt PhotoPills und ist für Android und iOS verfügbar. Sie kostet zwar ungefähr 10€ ist damit aber günstig im Vergleich zur restlichen Ausrüstung.

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